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Einmal um Ulm herum: Der Festungsweg

Es gibt Ulmer, die behaupten, es gäbe zwei bedeutende Bauwerke in der Donaustadt. Ein vertikales und ein horizontales. Klar, das vertikale ist das Münster! Das horizontale Bauwerk ist die Bundesfestung. Wir machen uns auf den Weg diese zu erkunden. Ganz nebenbei finden wir dabei einige ökologische Nischen und Nutzungsflächen der Ulmer Stadtkultur. Schöne Aussicht inklusive. An Föhntagen sogar bis zu den Alpen. 32 Tafeln aus Cortenstahl informieren über die historische Bedeutung der Anlage.
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Wir schnüren die Wanderstiefel an der Oberen Donaubastion. Hier gibt es genügend Parkplätze und der Ort ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Ein kurzer Abstecher zur Donau, dann geht's in Richtung Ehinger Tor. Später am Hindenburgring ist gut zu sehen, wie die Festungsbauer planten, im Verteidigungsfall das Wasser der Blau in die Gräben der Festungsanlage fließen zu lassen.

Die Kienlesbergbastion präsentiert einen schönen Überblick über Ulm. Ab hier verläuft der Festungsweg schattig und abseits des Stadtverkehrs hinauf zur größten Anlage, der Wilhelmsburg. Ein kleiner Abstecher auf den Turm des Schwäbischen Albvereins – der nicht zur Festungsanlage gehört – lohnt sich. Grasüberwachsen und zwischen hohen Bäumen führt der Weg im östlichen Teil weiter. Viele Schwarzkiefern in Ulm wurden beim Bau der Festung von den Tiroler Steinmetzen gepflanzt und stehen heute noch.

Das Werk XX – die Courtine am Gaisenberg – beheimatet seit 1963 den Jazzkeller Sauschdall. Kurz darauf, an der Unteren Gaisenbergbastion (Werk XXI), treffen wir auf das Studenten-Café und den Club 15. ›Die Werke wurden auf der Ulmer Seite römisch und auf der Neu-Ulmer Seite arabisch nummeriert‹, erklärt Gabriel Hartlieb vom Förderkreis Bundesfestung. Dies ist allerdings nicht der einzige Unterschied.

Nach einem schattigen Spaziergang durch die Oststadt stehen wir am roten Turm an der Donau. Laut Hartlieb das einzige Bauwerk, das aus gebrannten Ziegelsteinen gefertigt ist – auf der Ulmer Seite wohlgemerkt. Die Neu-Ulmer Seite ist komplett aus Ziegeln gebaut. Dafür wurde eigens eine Ziegel-Brennerei eingerichtet. Am roten Turm lässt sich die Tour leicht abbrechen. Dann gehen wir einfach die Donau entlang, am neuen Berblingerturm vorbei, und nach ein paar Minuten stehen wir am Marktplatz.

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Aber Achtung: Der Weiterweg nach Neu-Ulm ist sehr lohnend, denn hier verläuft der Festungsweg entlang ausgedehnter Parkanlagen mit Spielplätzen und einem großen Biergarten. Für Familien mit kleinen Kindern ist dieser Abschnitt vielleicht angenehmer zu gehen.

Vorbei an den modernen Gebäuden und über den vor einigen Jahren tiefergelegten Bahnhof (hier gibt es den ersten großen Spielplatz) geht es in den Glacis Park. An dem oben erwähnten Biergarten (ebenfalls mit Spielplatz) vorbei gelangen wir zum Wasserturm – dem Wahrzeichen Neu-Ulms. Über die Eisenbahnbrücke geht es über die Donau zurück nach Ulm, wo wir auch schnell unseren Ausgangspunkt beim Kulturzentrum Roxy erreichen. Lassen Sie die Wanderung in einer der vielen Kneipen im Fischerviertel ausklingen.

Facts & Links

Knapp 13 Kilometer schlängelt sich der Ulmer Festungsweg um die Doppelstadt. Die Anlage gehörte zum zentralen Befestigungswerk des deutschen Bundes in Süddeutschland. Zwischen 1842 und 1859 wurde sie erbaut und beschäftigte in den Hochzeiten gut 8.000 Arbeiter gleichzeitig. ›Hunderte von Bauern waren damit beschäftigt, Kalksteine aus dem Blautal zu liefern‹, erzählt Gabriel Hartlieb vom Förderkreis Bundesfestung, der sich seit Jahren um den Erhalt der Bundesfestung kümmert.

Rechnen Sie für die Gehzeit des Gesamtweges mit rund 4 Stunden. Um alle Tafeln zu lesen, benötigt man etwa 2 Stunden mehr. Wer kann, sollte sich deshalb die Strecke in Teilabschnitten vornehmen. Für Familien bietet sich der kürzere Neu-Ulmer Teil mit Spielplätzen und Biergärten an.

Die Tour mit GPS-Daten finden Sie auf alpenvereinaktiv.

Übrigens: eine Besichtigung der Bundesfestung ist nur im Rahmen einer öffentlichen Führung möglich.

  • Fort Oberer Kuhberg Werk XXXII, Am Hochsträß 1: bis auf weiteres jeden Sonntag von 14-16 Uhr Kurzführungen ohne Anmeldung. Darüber hinaus können Besucher verschiedene Selbsterkundungen in und um das Fort machen. Eine Taschenlampe ist hilfreich.
  • Wilhelmsburg Werk XII, Prittwitzstraße 100: bis auf weiteres keine öffentlichen Führungen
  • Führungen für Gruppen (mind. 10 bis max. 15 Personen) für verschiedene Werke: Buchung online oder Tel. +49 731 9267738